Bayerischer Gemeindetag

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27.09.2012 13:47:18

Deutsche Telekom: Kein Anschluss unter dieser Nummer?

 

„Bayerns Gemeinden und Städte pochen auf die Universaldienstverpflichtung der Deutschen Telekom, auch Neubaugebiete in ländlichen Gebieten in unveränderter Qualität, also über Kupferkabel, ans Festnetz anzuschließen. Alles andere lehnen wir als Versuch, auf Kosten der ländlichen Räume Geld zu sparen, ab“ sagte Gemeindetagspräsident Dr. Uwe Brandl. Die Deutsche Telekom AG will in Zukunft keine Kupferkabel für Festnetzanschlüsse mehr in die Erde verlegen, wenn Kommunen Neubaugebiete erschließen oder Baulücken füllen. Als Alternative zum Kupferkabel bietet die Telekom Funklösungen an. „Die Deutsche Telekom hat eine Universaldienstverpflichtung. Sie muss bundesweit eine Mindestversorgung der Bevölkerung über einen Festnetzanschluss für jeden Haushalt zu einem erschwinglichen Preis und in der bisher angebotenen Qualität sicherstellen. Darauf bestehen wir und fordern die Telekom auf, ihre Pläne offen zu legen, statt – wie bereits geschehen – in Einzelfällen die Verlegung von Kupferkabeln zu verweigern“ sagte Brandl. „Die Bürgerinnen und Bürger in ländlichen Räumen dürfen nicht schlechter gestellt werden als Bewohner in Großstädten.“

 

Dem Bayerischen Gemeindetag sind mehrere Fälle bekannt geworden, in denen die Deutsche Telekom AG keine Kupferleitungen in Neubaugebieten verlegen will. Sie setzt vielmehr auf Funklösungen. Die betroffenen Bürgermeister sind empört. Der Bayerische Gemeindetag pocht auf die Einhaltung der Universaldienstverpflichtung der Telekom nach dem deutschen Telekommunikationsgesetz. Die Bundesnetzagentur hat sich noch nicht abschließend festgelegt, jedoch Verständnis für die Wirtschaftlichkeitsargumente der Telekom gezeigt. Brandl: „Noch hat die Telekom keine Billigung der Bundesnetzagentur, den traditionellen Kupferkabelanschluss durch einen drahtlosen Festnetztelefonanschluss zu ersetzen. Wir erwarten von der Bundesbehörde, dass sie nicht nur die Interessen der Deutschen Telekom, sondern auch die berechtigten Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger in den ländlichen Räumen an eine qualitativ hochwertige Telefonversorgung im Blick behält.“




Foto: Rainer Sturm/pixelio.de